Viral gehen

Wer geht viral?

Es liegt in der Natur des Menschen, Dinge zu teilen, um überleben zu können. Doch während wir früher Essen und Ressourcen geteilt haben, teilen wir heute lieber Informationen.

Es liegt in der Natur des Menschen, Dinge zu teilen, um überleben zu können. Doch während wir früher Essen und Ressourcen geteilt haben, teilen wir heute lieber Informationen. Zum Beispiel Beiträge, von denen wir denken, dass sie für unseren Mitmenschen relevant sein könnten. Über Soziale Netzwerke ist es heute einfacher denn je, Informationen mit nur einem Klick an hunderte von Menschen weiterzuleiten, überall auf der Welt. Wir haben das Thema „viral gehen“ etwas näher betrachtet und wollen in dem Artikel unsere Gedanken mit Euch teilen.

 

Was bedeutet es, „viral zu gehen“?

Abgeleitet von dem Begriff „Virus“ bezeichnet „viral gehen“, dass sich eine Information (zumeist Beiträge, Videos, Bilder) rasend schnell verbreitet. Das geschieht meist ohne wesentliche Einwirkung des Urhebers, durch Interaktionen von Nutzern in sozialen Netzwerken. Dabei erzielt der Beitrag in kürzester Zeit eine enorme Reichweite und wird nicht selten millionenfach geklickt, geteilt oder gelikt. Die Redewendung selbst existiert bereits seit den 1990ern, wurde aber erst mit Aufkommen von E-Mails und vor allem von Social Media Plattformen relevant. Doch wann und wieso kommt es dazu das ein Beitrag „viral geht“? Wir haben uns das am Beispiel von viral gegangen Beiträgen einmal angeschaut.

 

Was braucht ein Beitrag, um viral zu gehen?

Natürlich geht nicht jeder Beitrag, den man ins Netz stellt, einfach so viral. Schaut man sich allerdings virale Posts an, lassen sich einige Merkmale erkennen, die neben ein wenig Glück maßgeblich am Erfolg beteiligt waren.

  1. Emotionen
    Wenn wir den Nutzer persönlich mit einem Beitrag ansprechen und Emotionen in ihm auslösen, bleibt er ihm nicht nur viel besser im Gedächtnis, sondern er berührt ihn. Das führt dazu, dass der Leser seine Gefühle und Emotionen mit seinen Freunden und seiner Familie teilen möchte. Bei Facebook, Twitter oder Instagram geschieht das in aller Regel über die Plattformen und der angegliederten Nachrichtenfunktionen. Damit ist der Startschuss für das Lauffeuer des Kommentierens, Likens und Teilens in den Timelines der Nutzer gefallen.

  2. Authentisches Auftreten
    Um die Nutzer wirklich abzuholen und überhaupt emotional berühren zu können, muss der Beitrag authentisch sein. Sieht man auf den ersten Blick, dass alles gestellt, übertrieben und künstlich dargestellt ist, wirkt der Beitrag unnatürlich. Die wahre Bedeutung und Intention werden vom Nutzer angezweifelt und damit auch nicht weitergetragen. Im besten Falle identifiziert sich der Nutzer mit dem Inhalt des Beitrages, kann sich in die Situation hineinversetzen und das Beschriebene gut nachvollziehen. Dann gibt es auch die Chance darauf, dass ein Beitrag viral geht.


  3. Kreativität & Einzigartigkeit
    In der Welt von Social Media gibt es kostenlose Inhalte und Beiträge im absoluten Überfluss. Wenn etwas die Nutzer nicht sofort in ihren Bann zieht, wird weiter gescrollt. Deswegen muss ein Beitrag aus der Masse hervorstechen, um viral gehen zu können. Sei es wegen der Werte, die er vertritt oder weil er besonders innovativ, kreativ oder humorvoll ist. Er muss den Nutzer so von sich überzeugen, dass er ihn mit seinen Freunden teilen will.

    Doch auch wenn all diese Kriterien erfüllt sind, heißt das nicht, dass das Video, das Bild oder der Artikel viral gehen. Denn der größte Einflussfaktor für einen viralen Social Media Hit ist immer noch der Zufall. Dazu zählen neben dem Beitrag und dessen Inhalt, auch die aktuelle Stimmung der User, unentdeckte Trends oder einfach das Glück, zur richtigen Zeit das Richtige gesagt zu haben.

 

Wo und wie kann ich viral gehen?

Heute gehen Beiträge meist in den sozialen Netzwerken viral. Dabei werden die Beiträge auf dem eigenen Profil geteilt, Personen als Kommentar verlinkt oder eine Nachricht über Messenger Dienste verbreitet. Dazu eignen sich allerdings nicht alle sozialen Netzwerke gleich gut.

Abhängig vom Algorithmus und dem Aufbau des sozialen Netzwerkes gelingt es auf manchen Plattformen einfacher, viral zu gehen, als auf anderen. Wichtig hierbei ist, dass es einen „Trends“ oder „Entdecken“ Feed gibt, in dem man auf neue Inhalte stoßen kann. Allerdings sind die Plätze in den Trends stark umkämpft. Man muss den Algorithmus erst einmal davon überzeugen, dass der eigene Beitrag ein echter Hingucker ist. Dazu müssen grundsätzliche Voraussetzungen gegeben sein. Das sind beispielsweise eine bestimmte Abonnentenzahl und das Einhalten von Copyright-Bestimmungen. Aber auch die Interaktionen der Nutzer mit einem Beitrag sind ausschlaggebend. Wie ist das Verhältnis von Aufrufen zu Likes und Kommentaren? Wie oft wurde der Beitrag schon geteilt? Wie viel Zeit verbringen die Menschen damit, den Beitrag anzuschauen oder ihn sogar für später abzuspeichern?

Netzwerke, die sich besonders gut für virale Beiträge eignen sind Instagram, YouTube und TikTok. Schwieriger sieht es da bei Facebook und Twitter aus. Hier fehlen die Kategorien „Entdecken“ oder „Trends“. Deshalb schauen wir uns nur die erst genannten etwas genauer an.

Instagram

Wenn man Instagram nutzt um viral zu gehen, ist es ausschlaggebend, wie viele Likes und Kommentare ein Bild oder Video bekommen hat, aber auch wie oft es abgespeichert wurde. Deswegen ist es sinnvoll, in der Bildbeschreibung die Follower dazu aufzufordern, den Beitrag zu kommentieren. Auf diese Kommentare kann der Urheber dann wiederum selbst antworten, um den Dialog zu fördern und die Reichweite des Beitrags weiter zu erhöhen. Aber auch die Wahl der Hashtags ist entscheidend, denn mit den richtigen Schlagworten kann man neue Interessengruppe auf sich aufmerksam machen. Ist das Bild oder Video dann schnell beliebt bei der angesprochenen Zielgruppe, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Nutzer den Beitrag selbst weiterverbreiten oder dass er im „Entdecken“-Feed ausgespielt wird.

YouTube

Auch bei YouTube werden auf der Startseite unter der Kategorie „Trends“ aktuelle, sehr beliebte Videos angezeigt. Doch um überhaupt eine Chance zu haben, unter den Trends gelistet zu werden, muss man mit seinem Content wirklich überzeugen. Dafür reicht keine kreative Idee allein, man sollte schon einen festen Stamm an Zuschauern besitzen. Diese Zuschauer verfolgen den Kanal regelmäßig und schauen neue Videos lange und am Stück. Ohne Stammzuschauer hat das Video keine Chance, in die Trends katapultiert zu werden. Deshalb lohnt es sich auch bei YouTube, die Interessenten daran zu erinnern, dass sie den Kanal kostenlos abonnieren und dem Video ein Like geben können. Fördert man dann zusätzlich den Austausch in den Kommentaren und versieht die Beschreibung mit passenden Keywords, steht der Aufmerksamkeit im Netz nichts mehr im Wege. (Dazu gehört vielleicht ein bisschen Glück, siehe oben.)

TikTok

Und auch der neueste Star am Social Media Himmel bietet außerordentlich gute Möglichkeiten, jemanden über Nacht zur viralen Bekanntheit zu machen. Die Rede ist von TikTok.

Die 2016 veröffentlichte App zählt erst seit kurzem zu den Top Social Media Netzwerken. Es gibt im Gegensatz zu Instagram noch deutlich weniger Content Creator als Zuschauer. Je weniger Nutzer Beiträge posten, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, zu trenden. Die wohl einfachste Möglichkeit, auf TikTok viral zu gehen, sind Challenges. Dabei muss eine Aufgabe möglichst kreativ oder unterhaltsam umgesetzt werden. Eine andere sehr beliebte Methode zur Steigerung der Reichweite ist das Verwenden bekannter, aktueller Musik im eigenen Video. Dieses wird mit den passenden Hashtags verlinkt. Dadurch werden andere Nutzer schnell im „Entdecken“ Feed darauf aufmerksam. So erhöht man seine Chance, viral zu gehen. TikTok ist sehr schnelllebig. Daher gilt, nicht zu lange damit warten, einen Beitrag zur aktuellen Social Media Challenge zu posten.

 

Viral gehen als Marketingstrategie

Viele Unternehmen versuchen, virale Social Media Beiträge als Marketingstrategie für sich zu nutzen. Zu verlockend ist die Möglichkeit, mit geringen Produktionsbudget und wenig Aufwand in kürzester Zeit sehr hohe Reichweite und Markenbekanntheit auch in jungen Zielgruppen zu generieren.

Beim viralen Marketing unterscheidet man grundsätzlich in eine aktive und eine passive Variante. Beim aktiven Viral Marketing verbreiten die Nutzer von Social Media den Inhalt selbst durch Kommentare, Likes und Shares. Beim passiven Viral Marketing wirbt der Nutzer automatisch durch die Nutzung des Services dafür. Ob aktiv oder passiv, eins steht fest: der Adressat muss einen Mehrwert im Beitrag oder im Produkt sehen, um es selbst zu nutzen oder sogar mit anderen zu teilen.

Doch damit die Menschen auf einen Beitrag im großen World Wide Web aufmerksam werden, muss man als Unternehmen das eigene Produkt selbst promoten. Oft hilft es den Beiträgen, wenn man die eigenen Mitarbeiter und die bereits vorhandene Gemeinschaft für die Inhalte begeistert. Zuerst „sät“ man beim sogenannten Seeding Informationen zum eigenen Produkt oder zum Beitrag online aus, um den Stein ins Rollen zu bringen. Kennen einige Social Media Nutzer erst einmal das Konzept und finden Gefallen daran, können sie es benutzen, weiter teilen und somit verbreiten. Gern arbeiten größere Unternehmen dafür mit Influencern. Die sprechen durch ihre große Reichweite viele Leute gleichzeitig an. Hier muss man darauf achten, das passende Netzwerk und den richtigen Botschafter für die Message zu wählen. Erst wenn man die kritische, breite Masse von sich überzeugen kann, hat der Beitrag oder das Produkt das Potential, viral zu gehen.

Zur Ideenfindung lohnt es sich, die Beiträge anderer Anbieter zu beobachten. Um auf virale Beiträge aufmerksam zu werden, nutzt man selbst Social Media. Instagram, YouTube und TikTok sind dafür die beste Wahl. Dabei achtet man stets auf die Reaktionen der eigenen Zielgruppe. Die als „Digital Natives“ bekannte junge Zielgruppe, ist rund um die Uhr in sozialen Netzwerken unterwegs. Das zu bewerbende Produkt, die Idee dahinter und die Umsetzung muss besonders für junge Menschen ansprechend sein. Wird der Beitrag von den Digital Natives für gut befunden, sollte man die Kampagne auf klassische Werbekanäle übertragen und damit die Zielgruppe erweitern.

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